Übersicht der Kosten beim Hausbau

In diesem Blogbeitrag möchten wir Ihnen gerne eine Übersicht der möglichen Kosten beim Hausbau geben. Hierbei variieren natürlich die einzelnen Kosten und Inklusivleistungen in Abhängigkeit der Anbieter, Bundesländer, genauen Standorte und Bauweise.

In diesem Kontext ist es wichtig zu wissen, dass Begriffe wie “schlüsselfertig” und “bezugsfertig” nicht offiziell definiert sind. Das hat zur Folge, dass die Anbieter Interpretationsspielraum bei den Inklusivleistungen haben.

Grundstück

Für den Bau eines Hauses ist ein Baugrundstück notwendig. Je nach Größe und Lage kann das Baugrundstück nur für eine bestimmte Bebauung freigegeben sein. Informieren Sie sich vor dem Kauf beim Bauamt und beantragen Sie einen Bebauungsplan. Dieser legt beispielsweise die Dachform, Fensterausrichtung, mögliche Geschossanzahl und die Gesamthöhe eines Bauwerks fest. Zudem ist dort vermerkt wie viel Quadratmeter bebaut werden können und ob eine geschlossene (ohne seitlichen Grenzabstand) oder offene Bauweise (mit seitlichem Grenzabstand) gebaut werden darf.

Damit eine unbebaute Fläche als Baugrundstück eingestuft wird, muss sie als erschlossen gelten. Darunter ist zu verstehen, dass bis zur Grundstücksgrenze Versorgungsleitungen für Wasser, Abwasser, Gas, Strom oder Fernwärme verlegt sind. Telekommunikation und Glasfaser sind dabei nicht zwingend notwendig. Bei einem erschlossenen Grundstück sind die Erschließungskosten im Preis enthalten, wobei die Distanz zu den Versorgungsleitungen nicht immer an die Grenze des Grundstücks heran reichen. Angesichts der Kosten empfehlen wir zum Kauf eines bereits erschlossenen Baugrundstücks. Als Grundstückseigentümer müssen Sie in jedem Fall die Kosten für die sogenannte öffentliche Erschließung begleichen. Damit ist die Anbindung des Baugrunds an das Straßennetz gemeint – auch äußere Erschließung genannt.

Da das Grundstück als erstes gekauft wird, fallen Grunderwerbssteuer (abhängig vom Bundesland 3,5 – 6,5 % vom Kaufpreis), Notar- und Gerichtskosten (ca. 2%) sowie ggf. Maklercourtage (3,5 – 6,5 %) nur auf das Grundstück an. Insgesamt können zusätzliche Kosten von bis zu 15 % auf den Kaufpreis anfallen.

Bei einem Grundstückspreis von 200.000 € sind also bis zu 30.000 € Kaufnebenkosten fällig. Das ist wie gesagt, abhängig vom Bundesland und der Makler-Courtage.

Zusammengefasst haben wir folgende Kosten:

Grundstückspreis
+ Grunderwerbssteuer (3,5 – 6,5 % vom Grundstückspreis)
+ Notar und Gerichtskosten (ca. 2 % vom Grundstückspreis)
ggf. + Makler Courtage (3,5 – 6,5 % vom Grundstückspreis)

= Gesamtkosten Grundstück

Weitere Informationen zum Baugrundstück

Aufschluss über Besonderheiten wie Wegerechte für die Nachbarn (Dienstbarkeiten), eventuell gegebene Belastungen, Grundstücks-Hypotheken oder anderweitige Bürden gibt Ihnen ein Blick ins Grundbuch. Sie dürfen das Dokument bei berechtigtem Interesse jederzeit beim Grundbuchamt einsehen.

Hauskosten

Die Kosten für ein Haus variieren in Abhängigkeit der einzelnen Hersteller und der jeweiligen Ausbaustufen. Das bedeutet, dass beispielsweise ein Haus gekauft werden kann und einzelne Leistungen in Eigenregie umgesetzt werden können wie Boden- und Wandfließen in Bädern, Innentüren mit Türzargen, Maler und Tapezierarbeiten oder Bodenbeläge im restlichen Haus, um die Gesamtkosten zu senken. Ebenfalls zu beachten ist die Bemusterung und die dabei entstehenden Zusatzkosten. Die Hersteller arbeiten mit einem gewissen Standardsortiment an Produkten. Abweichungen z.B. größere Fliesen, andere Hersteller usw. gehen mit Aufpreisen einher.

Dementsprechend empfiehlt sich eine Vorbemusterung durchzuführen und zu klären was im Kaufpreis enthalten ist.

Die Hauskosten lassen sich wie folgt unterteilen:

Hauskosten
+ Bemusterung und Zusatzkosten durch Aufpreise
+ Maler- und Spachtelarbeiten
+ Bodenbelege und Verlegung
+ ggf. Küche

Weitere Nebenkosten

In den meisten Fällen sind beim Angebot der Haushersteller das Bodengutachten und die Vermessung für das Grundstück im Kaufpreis enthalten. Mit folgenden zusätzlichen Kosten sollten Sie rechnen. Wir geben zudem ungefähre Kosten an, die jedoch stark variieren können (Angebot und Nachfrage)

  • Amtliche Lagepläne für Bauantrag (zwischen 200 und 400 €)
  • Genehmigung Bauantrag (zwischen 400 und 800 €)
  • Baufreimachung des Grundstücks (sehr unterschiedlich z.B. bei großen Bäumen 1.000 und 2.000 €)
  • Baustrom (zwischen 300 und 600 €)
  • Bautoilette (zwischen 500 und 800 €)
  • Bauversicherung (zwischen 400 und 700 €)
  • Zusätzliche Erdarbeiten (sehr unterschiedlich und abhängig von der Bodenbeschaffenheit – zwischen 0 und 1000 €)
  • Strom-, Gas-, Wasseranschluss (zwischen 2.000 und 4.000 €)
  • Abwasser- und Regenwasseranschluss (zwischen 2.000 und 4.000 €)
  • Telekommunikationsanschluss (zwischen 300 und 500 €)
  • Vermessung nach Fertigstellung (zwischen 750 und 1.250 €)
  • Bauzinsen / Bereitstellungszinsen
  • Doppelbelastung durch Mieter (abhängig von der Miete. Mindestens sechs Monate Doppelbelastung einplanen)
  • Sicherheitsreserve einplanen, wenn möglich.

Auch sind Zusatzkosten zu beachten, wie ein Keller, der schnell zwischen 60.000 und 80.000 € kosten kann. Weitere Kosten sind der Garten, eine Garage oder Carport und die komplette Inneneinrichtung.

Sie haben Fragen oder Anregungen? Wir freuen uns über Ihre Kommentare!
Ihr Reinink Immobilien-Blog aus der Grafschaft Bentheim



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